11. Schwangerschaftswoche (SSW)
«Sag ich es oder warte ich noch ab?» Diese Frage beschäftigt viele werdende Eltern in der 11. SSW. Die kritischste Phase liegt fast hinter Ihnen. Das Fehlgeburtsrisiko sinkt jetzt deutlich.
Ihr Baby ist so gross wie eine Limette, bewegt sich aktiv in der Fruchthöhle und entwickelt täglich neue Fähigkeiten. Und während Sie innerlich vielleicht schon jubeln, fragen Sie sich: Wann ist der richtige Zeitpunkt, um die Neuigkeit zu teilen?
Schwangerschaft bekanntgeben: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Am liebsten würden Sie es der ganzen Welt sagen. Und doch hält viele werdende Mütter eine leichte Unsicherheit zurück. Nicht ohne Grund warten die meisten bis nach der 12. SSW: Die ersten zwölf Wochen gelten als «kritische Phase», in der das Risiko einer Fehlgeburt am höchsten ist. Hat Ihr Kind die ersten zehn Wochen gut überstanden, stehen die Chancen auf eine unkomplizierte Schwangerschaft bereits sehr gut.
Ab der 13. SSW sinkt das Risiko deutlich. Für viele Paare der natürliche Moment, um die frohe Botschaft zu teilen.
Unser Tipp für Sie
Machen Sie sich keine allzu grossen Sorgen. Hat Ihr Kind die ersten zehn Wochen überstanden, stehen seine Überlebenschancen bei über 80%. Und schon bald steht dem Verkünden der wundervollen Neuigkeit nichts mehr im Weg.
Gewichtszunahme im ersten Trimester
Sitzt der Hosenbund enger als noch vor ein paar Wochen? Das ist ganz normal. Im ersten Trimester nehmen die meisten Schwangeren etwa 1–2 kg zu. Diese Gewichtszunahme hängt jedoch weniger mit dem Baby selbst zusammen, sondern vor allem mit den Veränderungen im Körper: Die Gebärmutter wächst, Fruchtwasser wird gebildet und auch die Brüste vergrössern sich. Das Gewicht Ihres Babys macht in dieser frühen Phase noch einen sehr kleinen Teil aus.
Übelkeit in der Schwangerschaft
Für viele Frauen kündigt sich in der 11. Schwangerschaftswoche langsam das Ende der Übelkeitsphase an. Die Beschwerden lassen oft nach, da sich der Hormonhaushalt allmählich stabilisiert. Falls Sie weiterhin unter Übelkeit leiden, können kleine, häufige Mahlzeiten helfen, den Magen zu entlasten.
Auch trockene Cracker am Morgen, am besten noch vor dem Aufstehen, sowie regelmässige Bewegung an der frischen Luft können die Symptome lindern. Ausführliche Tipps und weitere hilfreiche Massnahmen finden Sie in unserem Beitrag zur Schwangerschaftsübelkeit.
Ihr Baby in der 11. Schwangerschaftswoche
| Grösse: ca. 37–45 mm (Scheitel-Steiss-Länge). Vergleichbar mit einer Zitrone |
| Gewicht: ca. 5-8 g |
| Herzschlag: ca. 120-160 Schläge/Minute |
| Entwicklung: Ihr Baby bewegt sich aktiv in der Fruchthöhle, Purzelbäume inklusive, auch wenn Sie davon noch nichts spüren. Der Körper streckt sich, der Hals ist deutlich ausgebildet. Gesicht, Lippen, Nase und Ohren gewinnen zunehmend individuelle Züge. Die ersten Fingerabdrücke beginnen sich zu formen. Die Haut ist noch dünn und durchsichtig. Leber, Nieren und Magen entwickeln sich weiter und differenzieren sich funktionell. Die Plazenta übernimmt zunehmend die Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff. Erste Geschmacksknospen entstehen. Ihr Kind wird bald beginnen, Fruchtwasser zu schlucken. |
Lebensmittel, die in der Schwangerschaft tabu sind
Wie bereits in der 7. Schwangerschaftswoche angesprochen, gibt es Lebensmittel, die Ihrem ungeborenen Kind und dessen Entwicklung schaden könnten.

Rohe Eier
Eier: Speisen mit rohen oder halbrohen Eiern meiden – also Tiramisu, selbstgemachte Mayonnaise oder bestimmte Crèmes. Als Ersatz eignen sich Apfelmus, zerdrückte Bananen, Chia- und Leinsamen, Kokosmilch, Agar-Agar, Bohnen- und Kichererbsenwasser (Aquafaba) oder fertigen Ei-Ersatz.

Rohmilch und Rohmilchprodukte
Trinken Sie während der Schwangerschaft nur erhitzte (pasteurisierte oder uperisierte) Milch um sich nicht dem Risiko einer Listeriose auszusetzen.
Bestimmte Käsesorten wie Tête de Moine, Vacherin Mont-d'Or oder Blauschimmelkäse können aus Rohmilch hergestellt sein. Bei Unsicherheit fragen Sie an der Käsetheke nach oder lesen Sie die Angaben auf der Verpackung gründlich durch.

Roher Fisch und Meeresfrüchte
Verzichten Sie in den nächsten Monaten auf Sushi, Sashimi, Räucherlachs oder rohe Crevetten und Austern. Fisch ist in der Schwangerschaft wertvoll, wegen Jod und Omega-3-Fettsäuren, muss aber vollständig durchgegart sein. Das Fischfleisch ist gar, wenn es sich leicht zerteilen lässt und keine glasigen Stellen aufweist. Empfehlenswerte Sorten mit geringer Schadstoffbelastung: Scholle, Schellfisch, Seelachs oder Kabeljau.

Rohes oder nicht vollständig gegartes Fleisch
Kein Tartar, kein blutiges Fleisch (nicht durgegartes Entrecôt), keine Rohwurstprodukte. Toxoplasmose-Erreger können das ungeborene Kind schwer schädigen.
Ein Toxoplasmoseinfekt verläuft häufig unbemerkt und kann von einer «normalen» Durchfallerkrankung nur mittels eines Bluttests unterschieden werden. Eine unerkannte Erstinfektion durch den Erreger kann bei Ihrem Kind zu Entwicklungsstörungen und angeborenen Fehlbildungen führen.

Koffein einschränken
Kaffee, Energydrinks und koffeinhaltige Limonaden (Coca Cola und Pepsi Cola) nicht vollständig verbieten, aber auf maximal 200 mg Koffein täglich reduzieren (entspricht etwa 1–2 Tassen Kaffee). Entkoffeinierter Kaffee, Zichorinen- oder Malzkaffee sind gute Alternativen.

Chininhaltige Getränke
Chinin, auch Chinarinde genannt, wird aus der Rinde des Chinarindenbaumes gewonnen und beispielsweise in der Malariabehandlung eingesetzt. Chinin sollte in grösseren Mengen gemieden werden, da es Wehen auslösen kann. Es wurde früher zur Wehenförderung verwendet.
Verzichten Sie während der Schwangerschaft auf den Genuss von Tonic Water oder Bitter Lemon, da diese Chinin enthalten.

Omega-3-Fettsäuren
Omega-3-Fettsäuren sind für die Entwicklung des kindlichen Gehirns essenziell. Da der Körper sie nicht selbst herstellen kann, müssen sie über die Nahrung aufgenommen werden. Gute Quellen sind durchgegarter fettreicher Fisch wie Lachs oder Makrele sowie pflanzliche Alternativen wie Leinöl, Walnüsse oder Chiasamen.
Falls eine ausreichende Zufuhr über die Ernährung schwierig ist, kann ein Omega-3-Präparat sinnvoll sein – sprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Weitere Tipps zur Ernährung finden Sie in unserem Beitrag Ernährung in der Schwangerschaft.
FAQ – 11. Schwangerschaftswoche
Ab wann ist es sicher, die Schwangerschaft bekanntzugeben?
Es gibt keinen medizinisch festgelegten Zeitpunkt. Viele Paare warten bis nach der 12. SSW, weil das Fehlgeburtsrisiko danach deutlich sinkt. Was richtig ist, entscheiden Sie nach Ihrem eigenen Gefühl. Es gibt keine Pflicht zu warten.
Welche Lebensmittel sind in der Schwangerschaft wirklich tabu?
Rohe Eier, Rohmilchprodukte, roher Fisch und Meeresfrüchte, rohes oder nicht durchgegarter Fleisch sowie chininhaltige Getränke sollten gemieden werden. Koffein sollte auf maximal 200 mg täglich reduziert werden.
Mein Baby bewegt sich schon. Warum spüre ich nichts?
In der 11. SSW ist Ihr Baby zwar bereits aktiv, aber noch zu klein, um seine Bewegungen zu spüren. Erste wahrnehmbare Kindsbewegungen treten meist zwischen der 16. und 22. SSW auf.
Was passiert bei der Nackenfaltenmessung?
Die Nackenfaltenmessung wird zwischen SSW 11 und 14 per Ultraschall durchgeführt. Sie misst eine Flüssigkeitsschicht im Nacken des Kindes, die Hinweise auf Chromosomenstörungen geben kann. Die Untersuchung ist freiwillig und wird mit Ihnen besprochen.
Ich nehme kaum zu. Ist das normal?
Ja. Im ersten Trimester ist eine Zunahme von 1–2 kg durchschnittlich. Manche Frauen nehmen durch Übelkeit zunächst sogar leicht ab. Beides ist normal. Sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt an, wenn Sie unsicher sind.

Familienfreundliche Leistungen rund um Schwangerschaft und Kind
Mit der Krankenkassenlösung von PRO LIFE profitieren Familien von zusätzlichen Leistungen wie Geburtengeld, Beiträgen an Baby- und Kinderschwimmkurse sowie weiteren familienfreundlichen Extras.
